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Württ. Kammerorchester Heilbronn
Selina Ott / Gábor Boldoczki
Hier haben sich zwei gefunden: Selina Ott, die 2018 als erste Frau überhaupt den ARD-Musikwettbewerb in der Kategorie Trompete gewann, und Gábor Boldoczki, seit Jahren eine feste Größe auf den internationalen Podien, bekannt für seine stilistische Beweglichkeit zwischen Barock und Gegenwart. Zwei Ausnahmemusiker, die das Trompetenspiel ihrer Generation prägen, verbindet die Neugier, ihr Instrument jenseits des klassischen Kernrepertoires zu verorten – ein Ansatz, der sie nun in Bearbeitungen des italienischen Barock zusammenführt.
Im Zentrum steht eine Gattung, die wie kaum eine andere für die Experimentierlust
des frühen 18. Jahrhunderts steht: das Concerto grosso und das Solokonzert als Spiel von virtuoser Konkurrenz und klanglicher Allianz. Bei Geminiani, Locatelli und Vivaldi wird das Wechselspiel zwischen Tutti und Solo zur Triebkraft musikalischer Erfindung, die technische wie expressive Horizonte erweitert. Vivaldis Violinkonzert D-Dur RV 208, das sogenannte "Grosso Mogul", steht exemplarisch für diese Ästhetik des Extremen – mit weit ausgreifenden Linien und spektakulären Effekten. Daneben treten weniger bekannte Komponisten wie Lorenzo Gaetano Zavateri oder Alessandro Marcello ins Licht. Das Württembergische Kammerorchester Heilbronn entfaltet gemeinsam mit den beiden Solotrompeten ein Programm, das Virtuosität nicht als Selbstzweck versteht, sondern als Motor musikalischer Fantasie.