Gaechinger Cantorey
Händel Theodora Händel Theodora
Ein eindrucksvolles Drama über Liebe, Hass und Mut: "Theodora" ist möglicherweise Händels bestes Oratorium.
Ein eindrucksvolles Drama über Liebe, Hass und Mut: Georg Friedrich Händel schätzte sein Oratorium "Theodora" besonders hoch. Das 1749 entstandene Spätwerk erzählt – ungewöhnlich für seine Zeit – keine biblische, sondern eine frühchristliche Märtyrerlegende. Im Zentrum steht Theodora, eine junge Christin aus Antiochia, die sich dem heidnischen Kult der römischen Besatzer verweigert. Der Statthalter Valens zwingt sie zur Prostitution. Doch der Offizier Didymus, der sich in sie verliebt hat und durch sie zum Christentum bekehrt wurde, befreit sie aus dem Venustempel. Der Preis ist hoch: Beide werden zum Tod verurteilt.
Händel erzählt diese Geschichte mit großer musikalischer Differenzierung. Die Chöre und Arien der Christen sind von gedeckten, innigen Klangfarben geprägt, besonders in Theodoras langsamen, entrückten Arien. Scharfe Kontraste bilden die prunkvollen Chöre der Heiden und die furiosen Ausbrüche des Valens. Der ergreifende Schlusschor "Oh Love Divine",oft mit demjenigen aus Bachs Matthäus-Passion verglichen, verbindet Trauer mit Glaubensgewissheit. Mit der Gaechinger Cantorey unter Hans-Christoph Rademann und herausragend besetzten Solopartien wird dieses selten gespielte Oratorium als konzentriertes Seelendrama erfahrbar.