Walwerdung © Sabine Ronge

Walwerdung

»Wir sind ein Zeitpunkt. Wir waren Wasser und werden wieder Wasser sein.«

 

Termine

 
Wann
Wo
----
Sa. 11. Apr 2026 - 18:00 Uhr
FITZ! Zentrum für Figurentheater
Künstler

Performance, Text: Iris Keller

Live-Musik: Rosanna Zünd

Komposition: Xenia Wiener

Regie: Ruth Huber

Technik/Lichtdesign: Fabian Argano

Szenografie: Oliver „Scuba“ Klauser

Kostümberatung: Eva Butzkies

Programm

Während in ihrem Bauch ein neuer Mensch heranwächst, verwandelt sich eine Frau in einen Wal. Die Performerinnen Iris Keller und Rosanna Zünd tauchen das Hydrophon ins Aquarium und verweben Text mit Live-Musik. In diesem Klangraum entfalten sich die Gedanken der Protagonistin und eine riesige Buckelwalflosse.

 

Zwischen Walgesang, Geburtsschmerz und dem Surren der Milchpumpe erzählt Walwerdung mit Leichtigkeit und Tiefgang von Körperwandel, Verletzlichkeit und feministischer Wut – und fragt, wie Elternschaft heute gedacht werden kann, in einer Welt aus dem Gleichgewicht.

 

Auf dem Sofa liegend wachsen nicht nur Bauch und Walflosse, sondern auch das Hadern mit traditionellen Geschlechterrollen, Körperbildern und Weltängsten. In einer spannungsvollen Mischung aus humorvoller Skurrilität und schmerzhafter Klarheit spinnt sich der Monolog fort – von der Freude des Elternwerdens trotz einer herausfordernden Schwangerschaft bis zur schwierigen Geburt – und in eine Zeit danach, die gezeichnet ist von Einsamkeit und einem behutsamen Zurückfinden in ein neues Leben.

 

Die Arlesheimer Autorin und Performerin Iris Keller hat einen vielschichtigen und feinfühligen Text geschrieben, der in einer erweiterten Version im Geparden Verlag Zürich als Roman erschienen ist. Die Metapher des Wals eröffnet darin einen anregenden Denkraum und einen neuen Blick auf das Mutterwerden sowie die Fragilität des Lebens.

 

Die Inszenierung des Basler Theaterkollektivs puls_de_kern schafft auf der Bühne einen eigenen Kosmos. Projektionen und Klänge entstehen direkt auf der Bühne: Bewegungen, Stimmen und Objekte werden live aufgenommen und zu Musik und Bildern verarbeitet. Die Performerinnen Iris Keller und Rosanna Zünd tauchen das Hydrophon ins Aquarium, entlocken dem Wasser ungeahnte Töne und verweben so den Text mit Live-Musik. In diesem Klangraum entfalten sich die Gedanken der Protagonistin – und eine riesige 2,5 Meter hohe Buckelwalflosse. Unter der Regie von Ruth Huber entstand die Inszenierung zusammen mit der Basler Musikerin Xenia Wiener, von der die Kompositionen stammen, Lightdesigner Fabian Argano und Szenograf Oliver Klauser.

 

»In mir schwimmt ein Meerestier. Ich spüre Bewegung zwischen meinen Organen. Schnelle, sanfte Schläge berühren mich von innen. (...)

Mit meinen vier Meter langen Barten filtere ich alles aus meiner Umgebung. 33 Meter hungriger Körper. Ich esse Raclette und Fondue. Neben meinem Bett türmen sich Nüsse, Kräcker, Plankton, kleine Krebstiere. (...)

Es gibt kein Zurück. Das, was in meinem Bauch zappelt, wird ein Mensch. Er wird strampeln, laufen, reden, zur Schule gehen und von Zuhause ausziehen. Er wird mich zur Rede stellen. Acht Milliarden. Einer mehr.« (Walwerdung)

Jetzt Mitglied werden und Vorteile sichern!