Turandot © Ulrike Theusner, Courtesy of Galeria EIGEN + ART, Leipzig Berlin

Turandot

Giacomo Puccini, Libretto von Giuseppe Adami und Renato Simoni nach Carlo Gozzi

Dramma lirico in drei Akten und fünf Bildern

„All’alba vincerò – bei Sonnenaufgang werde ich gewinnen“, schmettert der unbekannte Prinz der Stadt entgegen und ist damit einer der wenigen Helden der italienischen Oper, deren ariose Schlaflosigkeit der Zuversicht geschuldet ist, statt der Verzweiflung. Verzweifeln müssen dafür die anderen. Vornehmlich die Bewohner*innen der Stadt, in der – „nessun dorma“ – niemand schlafen darf, weil alle auf allerhöchsten Befehl und bei Androhung der Todesstrafe nach dem Namen des Unbekannten forschen müssen. Dass Turandot für Puccinis Verhältnisse eigentlich gut ausgehen sollte, fühlen wir – wie so vieles – in der zentralen Tenor-Arie des Werkes. Wie kein zweiter verstand Puccini sich darauf, dem Publikum vermittels der gnadenlosen Unmittelbarkeit seiner Musiksprache eine emotionale Anteilnahme geradezu aufzuzwingen. Das Stück selbst endet denn prinzipiell auch happy, allerdings ohne Puccini, der im Kampf gegen seinen Kehlkopfkrebs die Waffen strecken musste, ehe das Finale fertig war. Und so reiht sich Turandot ein in die Riege der großen Opernfragmente des 20. Jahrhunderts. Doch nicht nur das Stück ist mehr oder weniger Chimäre, auch die Titelfigur selbst scheint vor allem eine Projektion zu sein: „Turandot existiert nicht! Es existiert nur das Nichts“, warnen Ping, Pang und Pong den unbekannten Prinzen, um ihn davon abzuhalten sich an die drei Rätsel zu wagen, die es zu lösen gilt, will man die Kaisertochter Turandot gewinnen. Anna Sophie Mahler, deren Stuttgarter Saint François d’Assise 2023 von der Fachzeitschrift Opernwelt als „ungewöhnlichste Opernerfahrung des Jahres“ ausgezeichnet wurde, wird sich 100 Jahre nach der Uraufführung von Puccinis rätselhafter letzter Oper auf die Suche nach dem „Fluidum der Liebe“ begeben, mit dem der Komponist im Finale der Oper die bis zum äußersten gespannten Nerven befrieden wollte. Denn, so viel steht fest: brauchbar wäre dieses Fluidum durchaus auch heute.

 

In italienischer Sprache mit deutschen und englischen Übertiteln

Altersempfehlung ab Klasse 9

Termine

 
Wann
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Sa. 13. Jun 2026 - 19:00 Uhr
Staatstheater Opernhaus
45 Minuten vor Vorstellungsbeginn Einführung im Foyer I. Rang
 
Wann
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Fr. 26. Jun 2026 - 19:00 Uhr
Staatstheater Opernhaus
45 Minuten vor Vorstellungsbeginn Einführung im Foyer I. Rang
 
Wann
Wo
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Mo. 29. Jun 2026 - 19:00 Uhr
Staatstheater Opernhaus
45 Minuten vor Vorstellungsbeginn Einführung im Foyer I. Rang
 
Wann
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So. 05. Jul 2026 - 18:00 Uhr
Staatstheater Opernhaus
45 Minuten vor Vorstellungsbeginn Einführung im Foyer I. Rang
 
Wann
Wo
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Mi. 08. Jul 2026 - 19:00 Uhr
Staatstheater Opernhaus
45 Minuten vor Vorstellungsbeginn Einführung im Foyer I. Rang
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Künstler

Musikalische Leitung: Valerio Galli

Regie: Anna-Sophie Mahler

Bühne: Katrin Connan

Kostüme: Pascale Martin

Choreografie: Ivan Estegneev

Video: Georg Lendorff

Licht: Valentin Däumler

Chor: Bernhard Moncado

Kinderchor: Bernhard Moncado

Dramaturgie Ingo Gerlach

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