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Stuttgarter Kammerorchester
Mit Steinway und Trompete
"Wenn das Publikum bei der Aufführung meiner Werke lächelt oder direkt lacht, so bereitet mir das große Befriedigung." Dmitri Schostakowitsch
Nicht ein, sondern gleich drei Soloinstrumente und dazu ein hellwaches Streicherensemble brillieren bei diesem Konzertabend des SKO. Konzertmeisterin Susanne von Gutzeit und Pianist Alexander Melnikov (übrigens der Preisträger des Concours Reine Elisabeth von 1991) vollführen den Paarlauf, den der jugendliche Mendelssohn 1823 für Klavier und Violine erträumt, bei den Sonntagsmusiken im Elternhaus aufgeführt und später um Orchesterstimmen bereichert hat. Prokofjews flüchtige Visionen für Klavier von 1917, hier arrangiert für Streichorchester, sind jeweils kaum eine Minute lang und je einer Person aus Prokofjews Bekanntenkreis gewidmet. Mal zart, poetisch oder surreal, mal ironisch, humorvoll oder satirisch schafft jede ihre eigene emotionale Atmosphäre. Während das Klavier bei Mendelssohn die Violine sozusagen auf Händen trägt, geht es in Schostakowitschs Opus 35 von 1933 etwas ruppiger zu, zumindest in den mit Parodien gespickten Außensätzen. Alexander Melnikov und der Trompeter Jeroen Berwaerts haben die Frage, wer hier eigentlich der Solist ist, bereits mehrfach vor begeistertem Publikum ausgefochten, grandios eingespielt und liefern sich nun unter den Anfeuerungen des SKO ein spannendes Rennen um die geistreichste Anspielung.