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Stuttgarter Kammerorchester
Cellowunder
"Meine Sprache versteht man durch die ganze Welt." (Haydns Antwort auf den Einwand, er beherrsche für seine Reise nach London zu wenige Sprachen)
Alles – oder zumindest fast alles –, was es an Wundermusik für Cello seit dessen Erfindung gibt, scheint er eingespielt zu haben. Der Franzose Jean-Guihen Queyras ist ein "native speaker" in allen Dialekten dieses Instruments und von einer musikalischen Weltgewandtheit, die ihresgleichen sucht. "Die Stilreinheit, Haltung, Phrasierung, die Sensibilität, die Farben, diese umwerfend präzise und wendige Artikulation sind einfach nur bewundernswert." (Diapason) Das Stuttgarter Kammerorchester umrahmt das Cellokonzert A-Dur des Bach-Sohns Carl Philipp Emanuel (von dem Haydn sagte, dass er ihm sehr vieles verdanke) mit Wolfgang Rihms "Nachtordnung" nach einer lyrischen Wortschöpfung von Paul Celan als modernem Kontrast und mit Haydns Sinfonie Nr. 36. Deren zweiter Satz setzt ein intimes Gespräch zwischen Cello und Violine in Szene, während der vierte zu den Top 10 der witzigsten Schlusssätze in Haydns Sinfonik zählt. Das mächtige Cellokonzert Nr. 2 in D-Dur folgt als Finale. Denn was könnte nach einem solchen vor Einfällen nur so sprühenden Feuerwerk sonst noch kommen?