Konzert-Abo
Stuttgarter Kammerorchester
Heiter bis stürmisch: Beethoven 4 & 6
"Kein Mensch kann das Land so lieben wie ich – geben doch Wälder, Bäume, Felsen den Widerhall, den der Mensch wünscht …" Beethoven an Theresa Malfatti, Walkersdorf 1810
Sind es am Ende 24 oder 25 mal? So oft, wie Beethoven die Wohnung wechselt, muss er Wien ziemlich gut gekannt haben und ist doch, trotz des Ruhms in der Musik-Hauptstadt, rastlos und heimatlos. Nur in der Natur fühlt er sich frei und halbwegs intakt. Die "Pastorale" (1808) erzählt von tausend Eindrücken auf dem Lande, malt mit Tönen Nachtigall, Kuckuck und Wachtel, Bachgeplätscher und Gewittersturm nach und singt und tanzt, wie fröhliche Landleut´ und Hirten das so tun. Aber in ihr steckt noch viel mehr. "Mehr Ausdruck der Empfindung als Malerey". Sie ist die brennende Sehnsucht nach dem Einklang mit der Natur und der Entfaltung des Menschen innerhalb einer gegebenen Ordnung. Kein Zufall also, dass Chefdirigent Thomas Zehetmair und das SKO im "Beethoven-Projekt" der Sechsten die Vierte mit dieser fein knisternden Spannung an die Seite stellen. Die Vierte läuft wegen der klassizistischen Anmutung, eingeschoben zwischen "Eroica" und Schicksalssinfonie, so als könne sie kein Bächlein trüben, oft unter dem Radar. Natürlich (man ahnt es) zu Unrecht, denn Beethoven ist immer einen Schritt voraus.
Besonderer Dank gilt der Wolfgang Carl Friedrich Grosse & Renate Elly Wald-Stiftung, die das "Beethoven-Projekt" großzügig und exklusiv unterstützt.