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Staatsorchester Stuttgart
6. Sinfoniekonzert
Die Lektüre von Miguel de Cervantes’ Roman "Don Quixote" muss Richard Strauss stark beeindruckt haben. Sechs Jahre arbeitete er an seiner Tondichtung über die Abenteuer des tragikomischen Ritters. Der Protagonist wird durch das Cello repräsentiert, gespielt vom Solo-Cellisten Zoltan Paulich. Ihm zur Seite steht der treue Diener Sancho Pansa, dargestellt von der Viola. Das Ende dieser Tondichtung, in der Don Quixote seinen Irrtum erkennt und Abschied von der Welt nimmt, ist einer der berührendsten Momente. 35 Jahre später schrieb der englische Komponist William Walton seine erste Sinfonie, mit der GMD Nicholas Carter das breite Repertoire des Staatsorchesters Stuttgart erweitert. Ein pulsierendes Crescendo der Streicher eröffnet den ersten Satz, in dem sich ein leidenschaftliches Drama entfaltet. Zwischen fesselnder Rastlosigkeit und explosiven Ausbrüchen finden sich auch lyrische Passagen, in denen die Zeit stehenzubleiben scheint. Noch während der Komposition trennte sich Walton von der Baroness Imma Doernberg, der er seine Sinfonie gewidmet hatte, und verliebte sich in die 22 Jahre ältere Viscountess Alice Wimborne. Walton selbst sagte über seine erste Sinfonie, dass ihre Inspiration "das Ende einer Liebesaffäre und der Beginn einer neuen" war.