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Staatsorchester Stuttgart
5. Sinfoniekonzert
Eine Wandlerin zwischen den Welten war die kroatische Komponistin Dora Pejacevic. Geboren in eine Adelsfamilie, führten sie ihr Drang nach Unabhängigkeit sowie ihre Faszination für die künstlerischen Strömungen des Fin-de-Siècle zum Studium ins Ausland. Während des Ersten Weltkriegs half sie als Krankenschwester in ihrer Heimat aus. Auch in dieser dunklen Zeit blieb die Musik ihr Zufluchtsort. Als zwei Sätze ihrer 1918 vollendeten Sinfonie in fis-Moll im Wiener Musikverein aufgeführt werden sollten, wurde im Programmheft verheimlicht, dass das Werk von einer Frau geschrieben wurde – aus heutiger Sicht ein Skandal. Doch Pejacevics Qualität setzte sich durch: Ihre Sinfonie wurde mit tosendem Beifall bedacht. Auch die Französin Lili Boulanger konnte sich in der von Männern dominierten Musikwelt des 19. Jahrhunderts behaupten. Als erste Frau gewann sie mit gerade einmal 19 Jahren den begehrten Rompreis. Aufgrund ihrer chronischen Erkrankung verstarb sie mit nur 24 Jahren. Ihr Zeitgenosse Maurice Ravel komponierte um die Jahrhundertwende seine "Shéhérazade", inspiriert von der Erzählerin aus Tausendundeine Nacht. Interpretiert wird der Liederzyklus von Ida Ränzlöv, Ensemblemitglied der Staatsoper Stuttgart, unter der Leitung von Tianyi Lu, die bereits mit ihrem Debüt in der Spielzeit 2024/25 begeisterte.