Matthias Klink © Matthias Baus

Schuberts „Winterreise“

Eine komponierte Interpretation für Tenor und kleines Orchester

von Hans Zender und Wilhelm Müller (Text)

Aernout Mik, Filmkünstler an der Schnittstelle zwischen Performance, Installation und Architektur, untersucht eine Massengesellschaft im Moment der Krise.

In deutscher Sprache mit deutschen Übertiteln; Altersempfehlung: ab Klasse 10

 

„Fremd bin ich eingezogen.“ – Singt hier ein einsamer Wanderer über die Liebe? Oder bewegen wir uns alle fremd in der eigenen Gesellschaft? Aernout Mik, niederländischer Filmkünstler, der an der Schnittstelle zwischen Performance, Installation und Architektur arbeitet, untersucht in seiner Interpretation von Schuberts „Winterreise“ von Hans Zenders verschiedene Situationen einer Massengesellschaft in einem Moment der Krise und des Kollapses sozialer Ordnung.

In seinen inszenierten Videoarbeiten löst er Menschen aus ihrem ursprünglichen Zusammenhang und lässt sie mysteriöse, stereotype Handlungen vollziehen. Das Individuum ist isoliert, verlorengegangen in einer kommunikationslosen Massengesellschaft, deren Regeln und Dynamiken nicht mehr durchschaubar sind.

Es ist dieser Prozess, den auch Zender 1993 in seiner „komponierten Interpretation“ von Schuberts „Winterreise“ beschreibt: Jahrhundertelange Interpretationsgeschichte verändert das Original und löst es auf. Zender projiziert die Klavierbegleitung von Schuberts Liedern in ein kleines Orchester, das die unterschiedliche Wirkung jedes einzelnen Liedes überzeichnet und überschreibt. Mik zersplittert das Individuum mit der Kamera und bringt uns die Wirklichkeit uns auf verunsichernde Weise nahe – näher vielleicht als es uns lieb ist.

 

Aufgrund eines geänderten Bühnenaufbaus bei der Inszenierung von Schuberts „Winterreise“ kommt es bei allen Vorstellungen dieser Produktionen zu Sperrungen sowie zu Änderungen im Saalplan und der üblichen Preiskategorien. Sichteinschränkungen an einzelnen Randplätzen möglich.

Künstler

Musikalische Leitung: Stefan Schreiber

Konzept, Video, Raum & Regie: Aernout Mik

Mitarbeit Regie: Marjoleine Boonstra

Mitarbeit Kostüme: Elsje de Bruijn

Licht: Rainer Janson

Live-Video: Daniel Keller, Tobias Dusche

Dramaturgie: Julia Schmitt, Barbara Eckle

Mit: Matthias Klink, Staatsorchester Stuttgart

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