Reborn
Puppen- und Musikperformance
Zärtlich gezähmte Instinkte, designte Intensität, Nähe als Content, Banalität als ergreifende Kunstform.
Hier geht es nicht um Babies, die sind doch nur Mittel zum Zweck. Die sind mir bloß in den Feed gerutscht, über die bin ich überhaupt erst draufgekommen, auf die omnipräsente Ästhetisierung des Alltäglichen.
Reborn ist eine hybride Performance zwischen zeitgenössischem Figuren- und Objekttheater, Performance, Konzert und Livestream. Ausgangspunkt sind sogenannte Rebornpuppen – hyperrealistische Säuglingsnachbildungen, die in sozialen Netzwerken in hochgradig kuratierten, scheinbar intimen Szenarien inszeniert werden.
Reborn untersucht, wie alltägliche Handlungen durch Plattformlogiken ästhetisiert, wiederholbar gemacht und performativ aufgeladen werden – und was geschieht, wenn diese Logiken in den analogen Bühnenraum übersetzt werden.
Auf der Bühne treffen präzise nachgestellte Social-Media-Reenactments auf archaische, körperlich-materielle Bilder und installative Setzungen. Live-Elektronik, elektroakustische Klangerzeugung und eine klassisch ausgebildete Stimme erzeugen eine Klanglandschaft zwischen Konzert, Ritual und Kontrollverlust. Neben Bühnenperformance wird parallel live gestreamt und eine zweite, mediale Wahrnehmungsebene erzeugt, die parallel zum Bühnengeschehen existiert.