Lear © Thomas Aurin

Lear

William Shakespeare, bearbeitet und mit neuen Texten von Falk Richter

Der schwer erkrankte Regisseur Erik Lind sollte Shakespeares Lear inszenieren. Seine Tochter übernimmt die Inszenierung. Dabei beginnt sie zu zweifeln, wieviel sie ihrem in der Vergangenheit tyrannischen, jetzt todkranken Vater schuldig ist.

Deutschsprachige Erstaufführung

 

Die Regisseurin Karin Lind telefoniert mit ihrem Vater. „Weinst du, Papa? Kein Sturm haut uns um. Wir werden mit allem fertig.“ Der gefeierte Regisseur Erik Lind soll König Lear von William Shakespeare inszenieren. Jetzt liegt er nach einem Herzinfarkt in einer Klinik. Die Tochter tritt sein Erbe an, um seine letzte große Inszenierung zu retten. In stürmischen Probennächten taucht sie in die Geschichte des alten Königs Lear und in die ihrer eigenen problematischen Beziehung zu ihrem Vater ein. Shakespeare erzählt vom einst mächtigen Lear. Nun ist er alt und schwach. Um sich noch einmal der Liebe seiner Töchter zu vergewissern, sollen sie vor der Aufteilung des Erbes ihre Zuneigung zu ihm bekunden. Der Preis ist der größte Teil seines Königreichs. Die jüngste Tochter verweigert diesen Wettbewerb: Sie liebe ihren Vater Lear so, wie ein Kind seine Eltern lieben sollte, nicht mehr, nicht weniger. Es ist nicht das, was der ­Vater hören will. Enttäuscht und wütend verstößt Lear seine jüngste Tochter. In Auseinandersetzung mit dem Stoff König Lear beginnt Karin zu zweifeln: Wie viel ist sie ihrem in der Vergangenheit tyrannischen, jetzt todkranken Vater schuldig?

 

In seiner Bearbeitung Lear nach William Shakespeares Tragödie König Lear von 1606 arbeitet Falk Richter die archaischen Bilder und die poetische Kraft des Klassikers heraus und überträgt sie ins Heute. Wie viel Leid hat die Hybris unserer Väter verursacht? Wie lernen wir Achtsamkeit und Verzicht auf eigene Privilegien? Richter thematisiert Menschen, die sich im Untergang die Frage nach der Möglichkeit von Selbsterkenntnis, Verantwortung und Verzeihen neu stellen müssen. Wir sind Produkt unserer Umwelt, unserer Familien und Eltern, heißt es. Doch inwieweit stellt der Vertrag zwischen den Generationen ein unentrinnbares Erbe unserer Existenzen dar?

Termine

 
Wann
Wo
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Sa. 18. Apr 2026 - 19:30 Uhr
Staatstheater Schauspielhaus
18.45 Uhr Einführung im Unteren Foyer Schauspielhaus
 
Wann
Wo
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So. 24. Mai 2026 - 19:30 Uhr
Staatstheater Schauspielhaus
Künstler

Inszenierung: Falk Richter

Bühne: Wolfgang Menardi

Kostüme: Zana Bosnjak

Musik: Daniel Freitag

Video: Stefano DiBuduo

Mit Sylvana Krappatsch, Rainer Galke, Felix Strobel u.a.

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