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KISMET I + II
KISMET I – Eine Geschichte zwischen Schicksal und Sehnsucht KISMET II - Weißt du, wie es ist, ein Leben lang zu träumen? Die Dokumentarfilme „KISMET I – Eine Geschichte zwischen Schicksal und Sehnsucht“ und „KISMET II – Weißt du, wie es ist, ein Leben lang zu träumen?“ der Filmemacherin Merve Uslu-Ersoy widmen sich der Geschichte der türkischen Gastarbeitermigration nach Deutschland und erzählen diese aus einer sehr persönlichen, generationenübergreifenden Perspektive. Im Mittelpunkt stehen die Lebensgeschichten ihrer Großeltern, die in den 1960er Jahren im Zuge des deutsch-türkischen Anwerbeabkommens nach Deutschland kamen. „KISMET I“ begleitet die Großväter der Regisseurin und deren Brüder, die in der Türkei geblieben sind. Der Film beleuchtet die Hoffnungen, Sehnsüchte und Entbehrungen, die mit der Entscheidung zur Migration verbunden waren, und richtet den Blick zugleich auf die emotionalen Folgen der Trennung innerhalb von Familien. Anhand der Beziehung zwischen den Brüdern wird sichtbar, wie stark räumliche Distanz Biografien und familiäre Bindungen über Generationen hinweg geprägt hat. Dabei reflektiert die Regisseurin auch ihre eigene Perspektive als Enkelin der Gastarbeitergeneration und fragt nach den langfristigen Auswirkungen dieser Migrationsgeschichte auf Identität und Erinnerungskultur. „KISMET II“ erweitert diesen Blick um die Erfahrungen der Frauen der ersten Generation. Im Zentrum stehen die Großmütter der Regisseurin, deren Lebenswege beispielhaft für viele migrantische Frauen jener Zeit stehen. Der Film erzählt von Arbeit, Familie, Entwurzelung und dem Wunsch nach Selbstbestimmung in einer fremden Gesellschaft. Zugleich zeigt er, wie viele Frauen trotz schwieriger Bedingungen eigene Wege der Emanzipation fanden und sich finanzielle wie persönliche Unabhängigkeit erarbeiteten. Die beiden Filme machen deutlich, dass die Geschichte der Arbeitsmigration weit mehr ist als eine wirtschaftliche Erzählung. Sie handeln von Familie, Erinnerung, Verlust, Aufbruch und Zugehörigkeit – und leisten einen wichtigen Beitrag zur migrantischen Erinnerungskultur in Deutschland. Die Filmvorführung findet als Kooperation des Deutsch-Türkisches Forum Stuttgart mit dem Alten Schauspielhaus Stuttgart im Rahmenprogramm der Theaterinszenierung "Die Optimistinnen" statt.