Kammerchor Stuttgart © Jens Meisert

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Kammerchor Stuttgart

Johann Sebastian Bach, Carl Philipp Emanuel Bach

Abgesehen von seinen Passionen hat Johann Sebastian Bach nur wenige Oratorien

geschaffen, denn eine Darbietung war nur im Gottesdienst und nicht in öffentlichen

Konzerten möglich. Sein Weihnachts-Oratorium konzipierte er deshalb so, dass es in den Gottesdiensten an sechs aufeinander folgenden Sonn- und Festtagen (vom 1.

Weihnachtstag bis zu Epiphanias 1734/35) aufgeführt werden konnte.

 

Bei der Konzeption hat er in erheblichem Umfang auf weltliche Huldigungsmusiken

zurückgegriffen. Im Wesentlichen sind dies Kantaten für das kursächsisch-polnische Herrscherhaus. Das Umarbeiten der einzelnen Sätze erfolgte mit außerordentlicher Sorgfalt und Umsicht, wodurch das weihnachtliche Werk gegenüber den weltlichen Vorlagen sogar eine Aufwertung erfahren hat. Bezüglich der kompositorischen Substanz sind einige der überarbeiteten Sätze bereichert (teilweise opulenter instrumentiert) worden. Der sechste Teil basiert offenbar vollständig auf einer 1734 aufgeführten, nur teilweise erhaltenen Kantate zum Michaelisfest.

 

Während die Teile I–III sich vor allem nach 1950 größter Popularität erfreuten und

zahllose Aufführungen erfahren haben, fristeten die übrigen Teile – eigentlich bis

heute – eher ein Schattendasein. Dies ist angesichts ihrer ebenso einzigartigen

musikalischen Substanz schwer erklärbar. Inhaltlich gesehen ist der Ausgang der

Weihnachtsgeschichte brandaktuell: Die Flucht der Heiligen Familie in ein fremdes

Land, weil sie durch das Handeln eines brutalen Despoten in ihrer Heimat nicht mehr sicher war.

 

Die einzelnen Teile des Oratoriums sind von Bach in charakteristischer Weise instrumentiert. Dadurch wird dem Hörer die jeweilige Szene schon vom Klangbild her illustriert. Besonders eindrucksvoll gelingt dies in der „Hirtenmusik“ zu Beginn des II. Teils im wechselchörigen Musizieren der Engel (Streicher und Querflöten) und Hirten (Oboen). Trompeten und Pauken, die königlichen Instrumente des 17. und 18. Jahrhunderts, symbolisieren die Macht des neu geborenen Gottessohnes in den Rahmenteilen des Werkes. Die Kernbotschaft des Oratoriums „Friede auf Erden und den Menschen ein Wohlgefallen“ erscheint für uns heute aktueller denn je.

 

Carl Philipp Emanuel Bachs Magnificat ist das erste großdimensionierte Vokalwerk

seiner Berliner Zeit. Es zählt zu den anspruchsvollsten Vertonungen des „Lobgesangs der Maria“ in der Musikliteratur. Der zweitälteste Bach-Sohn und Mitbewerber um die Nachfolge seines Vaters führte es wohl am 25. März 1750 in der Leipziger Thomaskirche auf. Eindrücklich demonstrierte er seinen Zuhörern, dass er die kontrapunktische Satztechnik des Vaters sowie alle Kompositionsstile der Zeit souverän beherrschte.

Künstler

Hannah Morrison (Sopran)

Benno Schachtner (Altus)

Florian Sievers (Tenor)

Jonas Müller (Bass)

Barockorchester Stuttgart

Frieder Bernius (Leitung)

 

 

Programm

Johann Sebastian Bach: Weihnachtsoratorium (Kantaten I, II, V & VI)

Carl Philipp Emanuel Bach: Magnificat

 

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