Die Dreigroschenoper
Bertolt Brecht stellt in seiner "Dreigroschenoper" die dunkle, kriminelle Seite des großstädtisch-bürgerlichen Lebens ins Zentrum - Gier, Gewalt und Korruption. Geld ist Gott.
Bettler, Huren, Räuber, Schwerverbrecher in einer hoffnungslos krisenhaften Gesellschaft. Der Herrscher dieser Welt ist Mackie Messer, der für seinen Profit über Leichen geht. Aber auch Bettlerkönig Peachum macht satte Gewinne mit der Armut und die Polizei macht bei all dem mit.
Am Schluss aber bleibt die Erkenntnis: "Was ist ein Einbruch in eine Bank gegen die Gründung einer Bank?" Eine kritische Reflexion des kapitalistischen Weltgeschehens und Profitstrebens, nicht nur zu Zeiten der Weimarer Republik.
"An Brecht zu arbeiten, bedeutet, sich wieder mit der Dialektik als zentraler Denkweise der letzten 200 Jahre auseinanderzusetzen, die spätestens nach ´89 in die Jahre gekommen zu sein scheint. Brechts Texte sind wie ein Ruf aus der `ideologischen Antike´ (Alexander Kluge), mit der man sich meiner Meinung nach wieder zu beschäftigen hat, wenn nicht jegliche Gesellschaftsbetrachtung im Ästhetischen, Psychologisch-Realistischen verkommen soll. Theater kann nur politisch sein, wenn es den Widerspruch in jedem seiner Elemente nicht leugnet, sondern diesen zum existentiellen Kernpunkt macht." So Regisseur Sebastian Baumgarten, der 2012 am Schauspiel Stuttgart zuletzt "Das Spiel ist aus" inszenierte.