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Das Eisenbahnerdörfle
Von der Arbeitersiedlung zur "hippen Gegend"?
Führung: Michael Wenger
Eine der größten, aber weniger bekannten Arbeitersiedlungen Stuttgarts befindet sich am Nordbahnhof: das sogenannte „Eisenbahnerdörfle“ – wobei der Begriff „Dörfle“ hier nicht passen will. Denn im Gegensatz zu „Ostheim“ säumen mehrgeschossige, betürmte Mietshäuser die städtisch anmutenden Straßen. Das Meiste entstand zwischen 1892 und 1912. Um 1925 kam noch eine Hofanlage hinzu, die an Wiener Arbeiterhöfe erinnert. Jahrzehnte lag das Viertel im Abseits, doch mit „Stuttgart 21“ rückt das gesamte Quartier in die Nähe des Schlossgartens und des Rosensteinparks. Wird die Arbeitersiedlung (dann) zur hippen „Gegend“?