Wissen was Läuft
Editorial
Wie gefällt Ihnen denn unsere Zeitung KULTUR? In den letzten dreieinhalb Jahren haben wir die Kulturgemeinschaft ordentlich umgekrempelt. Wir haben Jazz und Literatur als letzte noch fehlende Sparten integriert, haben dem Theater Lindenhof die offenbar überfällige Präsenz in der Kulturgemeinschaft verschafft und das gesamte Abo-Angebot um wichtige Produkte erweitert. Im Innern haben wir eine komplett neue Betriebssoftware installiert, die unter vielem anderem unser Platzwechselsystem noch filigraner handhabt. Nach außen haben wir unser Erscheinungsbild geändert und vor allem unseren Internet-Auftritt revolutioniert. Dass wir von Beginn an überragende Nutzerzahlen auf unserer neuen Homepage hatten, beweist, dass auch dieser Schritt zum rechten Zeitpunkt vollzogen wurde. (Ein Besuch auf www.kulturgemeinschaft.de lohnt sich.) Auch die Zeitung KULTUR ist nun samt Archiv im Internet zu finden - womit ich wieder bei der Eingangsfrage wäre: Wie gefällt Ihnen denn unsere Zeitung? Über das optische Erscheinungsbild brauchen wir dabei gar nicht groß zu reden. Die Rückmeldungen unserer Kunden und zahlreiche Auszeichnungen zeigen, dass die Gestaltung in Ordnung und die Zeitung einzigartig geblieben ist. Inhaltlich sollte man sich aber nie allzu sicher sein, bereits das Optimum erreicht zu haben. So überlegen wir, wie wir unserem Auftrag, Kunst und Kultur nicht nur abzubilden, sondern aktiv zu vermitteln, noch besser nachkommen können. Es wäre sicher ganz hilfreich, wenn wir diesbezüglich von unserer Leserschaft ein paar Tipps bekämen. Es geht nicht darum, die fundierten Kritiken zu den verschiedenen Sparten abzuschaffen. Vielmehr denken wir über sinnvolle Erweiterungen nach. Vielleicht schreiben Sie mir Ihre Ideen (peter.jakobeit@kulturgemeinschaft.de)? Gute Ideen sind auch im Stuttgarter Kulturleben gefragt. Auf Seiten der Verwaltung scheint man sich damit etwas schwer zu tun (was dort selbstverständlich anders beurteilt wird). Jedenfalls sind die letzten Verlautbarungen aus dem Rathaus, vorsichtig formuliert, von geringer Präzision. Der Gemeinderat hat im Dezember beschlossen, die Kürzungen im Kulturhaushalt vorerst um 450000 Euro herabzusetzen, um nicht womöglich irreparable Schäden anzurichten. Das bedeutet aber nicht, dass die Zuschussempfänger sich jetzt selbst ans Messer liefern sollen, wie Frau Dr. Eisenmann in einem Schreiben an jene suggerierte. Es bedeutet schlicht, dass der Gemeinderat der Kulturszene ein knappes Jahr Luft verschafft hat, um über Problemlösungen in etwas mehr Ruhe nachdenken und für 2011 über bessere Vorschläge abstimmen zu können als zuletzt. Am besten wäre aber, es fände sich eine Mehrheit für die ins Spiel gebrachte Kulturförderabgabe, um endlich ein Kulturförderkonzept angehen zu können. Peter Jakobeit
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